EU Fahrzeug Import nach Deutschland
Durch den Kauf eines Euro Neuwagens in einem anderen EU-Land können deutsche Autofahrer viel Geld sparen. Wer etwas Zeit in die Recherche für den EU Neuwagen Reimport investiert, kann Schnäppchen finden, die bis zu 30% unter dem deutschen Nettopreisniveau liegen. Insbesondere die skandinavischen Länder, allen voran Dänemark, locken mit attraktiven EU-Auto-Angeboten. Gute Deals bei Euro Neuwagen lassen sich aber auch bei unseren osteuropäischen Nachbarn in Polen, Tschechien und Ungarn finden. In Südeuropa ist Griechenland der Geheimtipp für Neuwagen mit Rabatt.
EU-Fahrzeuge : Die attraktivsten Länder für den Kauf von Neuwagen mit Rabatt
Tipps
Sich vor dem Autokauf immer gut informieren
Bevor man sich entschließt, ein EU Auto im Ausland zu kaufen, sollte man sich gründlich informieren. Oft steckt der Teufel im Detail. Deshalb sollte man insbesondere über die Ausstattung der EU-Fahrzeuge, die jüngste Entwicklung der Wechselkurse und die Überführungskosten eines EU-Neuwagens nach Deutschland im Bilde sein.
Vorsicht bei der Grundausstattung
Hinsichtlich der Grundausstattungen bei EU-Fahrzeugen sollte man wissen, dass diese in den einzelnen Ländern variieren können. In Dänemark zwingt der starke Wettbewerb beispielsweise die Hersteller oftmals dazu, ihre Automodelle standardmäßig besser auszustatten als in Deutschland. Bei dem EU-Neuwagen-Reimport aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern kann dagegen das Gegenteil der Fall sein. Entsprechend gründlich sollte man sich vor dem Kauf eines EU-Neuwagens über das Preis-Leistungsverhältnis in den einzelnen Ländern informieren.
Wechselkursrisiko beachten
Auch der Wechselkurs kann beim EU-Auto-Kauf eine Rolle spielen, wenn das Land, in dem man den Neuwagen mit Rabatt erwerben möchte, nicht dem Euroraum angehört. Starke Abwertungen gegenüber dem Euro bringen große Preisvorteile beim EU-Import, starke Aufwertungen können diese allerdings schnell wieder zunichte machen.
Transportkosten einkalkulieren
Ein weiteres Problem stellen die Kosten bei der Überführung des EU-Fahrzeugs insbesondere aus abgelegenen Ländern wie Finnland oder Griechenland dar.
Grundsätzlich bestehen 2 Möglichkeiten, das neu gekaufte EU-Fahrzeug nach Deutschland zu überführen. Entweder man überführt sein EU-Auto selbst oder nimmt die Dienste eines professionellen Autospediteurs in Anspruch. Bei der ersten Variante entstehen i.d.R. Kosten für die Anreise, für evtl. Übernachtungen und die Beantragung eines Überführungskennzeichens bei den Behörden des Landes, in dem man den EU-Neuwagen erwirbt. Insbesondere die Beantragung eines Überführungskennzeichens kann sich als relativ schwierig und zeitaufwendig erweisen, weil Sprachbarrieren bestehen oder das Verfahren nicht wie in Dänemark oder Schweden standardisiert ist.
Alternativ kann man einen professionellen Spediteur mit der Überführung des EU-Neuwagens beauftragen.
Um zeitaufwendige Anfragen per Telefon bei einzelnen Transportunternehmen zu vermeiden, kann man den Autotransport auch auf uShip einstellen. Im Anschluss geben dann professionelle Spediteure konkurrenzfähige Gebote ab, wodurch man ohne größeren Aufwand einen aussagekräftigen Überblick über die Transportkosten für EU-Fahrzeuge erhalten kann.
Der Autopreisbericht der Europäischen Kommission
Deutschland teuerstes Autoland
Die obige Graphik fasst die Ergebnisse des aktuellen Autopreisberichtes der Europäischen Kommission für den EU-Neuwagen-Reimport zusammen. Alljährlich vergleicht die Europäische Kommission die Nettopreise, die Autohersteller ihren Vertragshändlern in den einzelnen EU-Staaten empfehlen. Dabei kommt sie regelmäßig zu dem Schluss, dass Deutschland EU-weit das teuerste Autoland ist. Entsprechend lohnt sich der Kauf eines Euro-Neuwagens im Ausland. Zuzüglich des Nettopreises werden bei der EU-Auto-Einfuhr nach Deutschland dann nur noch 19% Mehrwertsteuer fällig.
Dänemark, Schweden und Polen vorn
Dänemark und Schweden, aber auch Polen schneiden in dem EU-Bericht besonders gut ab. In Dänemark und Schweden lagen Anfang 2010 die Nettopreise von 43 EU-Auto-Marken um mindestens 15% unter dem deutschen Nettopreisniveau. Mit 28,8 Prozent lag der VW Passat in Dänemark an der Spitze. Das entspricht einem Preisvorteil von 5699€. Ähnlich sehen die Zahlen für EU-Fahrzeuge in Schweden aus, wo der Listenpreis für den Ford Fokus im Vergleich zu Deutschland um 32,4% oder 5336€ günstiger ist. Allerdings muss man bei Schweden in Hinblick auf den EU-Auto-Reimport auch Vorsicht walten lassen. Anders als der Wechselkurs der Dänischen Krone ist der Wechselkurs der Schwedischen Krone gegenüber dem Euro flexibel und dadurch beachtlichen Schwankungen ausgesetzt. Gerade in letzter Zeit war eine Aufwertung der Schwedischen Krone zu beobachten, was natürlich negative Auswirkungen für den EU-Import von Euro-Neuwagen hatte. Auch die Transportkosten schlagen bei der Überführung eines EU-Autos durch einen professionellen Spediteur mit durchschnittlich 763€ im Vergleich zu Dänemark (440 €) stärker zu buche.

In Polen bzw. Osteuropa zeigt sich ein ganz ähnliches Bild. Aufgrund der geographischen Nähe zu Deutschland sind die Transportkosten für EU-Fahrzeuge in Polen (durchschnittlich 395€) und Tschechien (durchschnittlich 357€) deutlich niedriger als in Ungarn (durchschnittlich 770€). Entsprechend kann man die Nettopreisvorteile für EU-Autos, die beispielsweise in Polen beim VW Touran 5587€ und in Tschechien beim VW Polo 2750€ betragen, zu einem großen Teil mitnehmen.

Der große Vorteil von Dänemark und Polen ist zudem, dass zumindest in den grenznahen Gebieten viele Autohändler auf deutsche Kunden eingestellt sind.
Niederlande und Italien locken mit einigen Schnäppchen
Bei den Niederlanden und Italien ist festzustellen, dass die Preisunterschiede zwar nicht ganz so stark wie in anderen EU-Ländern ausfallen, sich der EU-Auto-Import nach Deutschland – insbesondere für die grenznahen Regionen – aber dennoch lohnen kann. Den Opel Zafira gibt es zum Beispiel als Reimport in den Niederlanden um 4139€, den Peugeot 407 in Italien um 2675€ billiger. Dem stehen Transportkosten in Höhe von durchschnittlich 316€ in den Niederlanden und von 640€ in Italien gegenüber.
Griechenland: Geheimtipp in Südeuropa
Zwar stellt Griechenland aufgrund seiner Randlage eine kleine Herausforderung hinsichtlich des EU-Neuwagen-Reimports dar. Die Kosten für die Fahrzeugüberführung durch einen professionellen Spediteur sind mit durchschnittlich 913€ anzusetzen. Dennoch kann sich der EU-Import von EU-Fahrzeugen lohnen, da insgesamt 20 Automodelle einen Nettopreis haben, der um mindestens 15 unter dem deutschen Preisniveau liegt. Besonders deutlich fällt mit 27,6 Prozent oder 6598€ der Unterschied beim Ford Mondeo aus.
Abenteuerlustige können zudem den EU-Auto-Kauf in Griechenland mit einem Urlaub verbinden und anschließend das neugekaufte EU-Fahrzeug über den wilden Balkan selbst nach Deutschland überführen. Allerdings sind in Griechenland - anders als in Dänemark und Polen - die Autohändler nicht auf deutsche Kunden eingestellt. Dadurch kann es zu Verständigungsschwierigkeiten beim EU-Neufahrzeuge-Kauf kommen.
Wichtig: Immer mehrere Informationsquellen beim EU-Auto-Kauf heranziehen
EU-Bericht allein reicht nicht aus
Grundsätzliche ist zu erwähnen, dass der Autopreisbericht der Europäischen Kommission nicht als ausschließliche Informationsquelle herangezogen werden sollte. Zwar dient der Bericht als sehr gute Orientierung für die Preisvorteile von Euro Importwagen. Allerdings werden hier lediglich die Nettopreisempfehlungen der Autohersteller für die Vertragshändler in den einzelnen EU-Ländern aufgelistet. Diese müssen nicht unbedingt die tatsächlichen Marktpreise wiederspiegeln, zu denen der Endverbraucher EU-Autos in den jeweiligen Ländern kaufen kann. Insbesondere wegen der anhaltenden Absatzkrise locken mittlerweile auch in Deutschland viele Autohändler mit speziellen Rabattangeboten, die durchaus eine attraktive Alternative zum EU-Autoreimport darstellen können. Bevor man sich für den Kauf eines EU-Neuwagens entschließt, sollte man unbedingt die Angebote der deutschen Autohändler mit denen der ausländischen verglichen haben. Nur so kann man sicher gehen, ein wirkliches Schnäppchen zu machen.
Quellen